Nationale Volksarmee / Bundeswehr

Die Militärdepots der NVA und Bundeswehr

Nach Kriegsende 1945 wurde ein Teil der erhalten gebliebenen Gebäude der Gruppe Nord der E-Stelle zunächst nicht genutzt. Von 1950 bis 1952 wurde in diesen Gebäuden zunächst eine Wassersportschule untergebracht. Die Folgejahre bis 1956 wurde das Areal mit ihren Gebäuden als Seesportschule von der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) als Organisation für die vormilitärische Ausbildung genutzt.

1956 übernahm die NVA (Nationale Volksarmee) das gesamte Gelände zunächst für die Unterbringung eines funktechnischen Bataillons der Luftstreitkräfte bis 1959. Danach erfolgte die Nachnutzung durch eine Funkmess-Störkompanie der Luftstreitkräfte bis 1962 und infolge bis 1963 durch ein Ausbildungsbataillon des Funktechnischen Regimentes. Erst 1963 begann man mit dem Um- und Aufbau des Geländes zu einem eigenständigen zentralen Nachrichtenlager des Verteidigungsministeriums der DDR. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehörten

  • die Versorgung der Nachrichtentruppen der NVA mit Feldnachrichten- und Chiffriertechnik, Ersatzteilen sowie Betriebs-, Lehr- und Ausbildungsunterlagen
  • die Unterbringung von taktischen Reserven in dezentralen Teilelagern und
  • die Aussonderung, Verschrottung oder Verwertung verschlissener Artikel und Teile

Die Verteilung erfolgte im Wesentlichen über die Lager der bestehenden Militärbezirke auf dem Schienenweg bzw. per LKW. Das Nachrichtenlager war direkt dem Chef des Hauptstabes der NVA unterstellt.

Durch die Vornutzung hatten die Gebäude eher Unterkunfts- oder Kasernencharakter und waren deshalb für eine moderne Lagerhaltung ungeeignet. Weder waren Laderampen und Eisenbahnanschluss ins Lager vorhanden, noch die Voraussetzungen für übliche Transport-, Umschlag- und Lagertechnik in ausreichendem Maße ausgebaut. Den einzigen Vorteil, den Rechlin aufweisen konnte, waren die fast unbegrenzte Ausbaufähigkeit und infrastrukturellen Anschlussmöglichkeiten. Zunächst wurden die bestehenden Gebäude baulich für die Nutzung als Lagerräume verändert. Hebebühne und Aufzüge wurden installiert, Hauseingänge für Technik verbreitert, Türschwellen entfernt, Räume vergrößert und Sicherheitsgitter an Türen und Fenstern angebracht. Übergangsweise wurde eine Holzrampe zum Entladen von Eisbahncontainern und LKWs aufgebaut. 1970 wurde eine 2500m2 große Lagerhalle mit Tankstelle, Garagen und weiteren Funktionsräumen fertiggestellt. 1976 folgte der der Bau einer weiteren Lagerhalle mit Garagen sowie Eisenbahn- und Kfz-Rampe. Als letzte große Erweiterung wurde 1987 ein ca. 2900m2 großes Hochregallager mit Portalkrananlage, Eisbahndurchfahrt nach neusten Standards und basierend auf modernster EDV-Technik mit Großmagazin für über 25.000 Lagerplätzen fertiggestellt. Auch die Transport-LKWs für die gelagerte Technik wurden auf diese Anforderungen hin erneuert und bisherige W50-LKWs ab 1986 durch tschechische TATRA Züge mit Selbstladevorrichtungen für Container bis 20t ersetzt. Die Beziehungen zur Luftwaffe der damaligen Gruppe der sowjetischen Streitkräften in Deutschland (GSSD) in Rechlin blieben wegen der unterschiedlichen Ausrichtung in der Versorgung beider Armeen aber auch aus Gründen der Geheimhaltung auf sportliche und gemeinsam organisierte Kulturveranstaltungen beschränkt. Auch galt der private Kontakt zu Familien der GSSD- Garnison bis zur Wende 1989 als unerwünscht. Dennoch entwickelten sich freundschaftliche und herzliche Beziehungen, die bis heute z.T. noch gepflegt werden. Während der gesamten Zeit des Bestehens des Nachrichtenlagers war die Unterstützung der Gemeinde bei Transportaufgaben, Technikbereitstellung im Straßenbau charakteristisch. Auch beim Bau des Sportplatzes in Rechlin leistete das Nachrichtenlager über die übergeordnete Dienststelle einen erheblichen finanziellen Beitrag, um diesen auch mitbenutzen zu können.

1990 übernahm die Bundeswehr das Depot der NVA und betreibt seitdem an gleicher Stelle ein Materiallager für dezentrale Beschaffung.


Öffungszeiten
April bis Oktober
täglich 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Ostern
Fr bis Mo 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Februar bis März
Mo bis Do 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Freitag 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließung. Gruppenführungen führen wir nach Anmeldung durch.
Hunde dürfen ins Museum.

Erwachsene (ab 16) 7,- €
Kinder (6 bis 15) 3,- €
Familie
(2 Erwachsene, 2 – 5 Kinder) 17,- €
Schwerbehinderte 4,- €
Hund 1,- €
Gruppen (ab 10 Personen)
Erwachsene 6,- €
Führungen 40,- €