Die "Rechliner Mauer"

Unmittelbar nach dem Abzug der russischen Streitkräfte (WGSSD - Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland) wurde auf Beschluss der Gemeinde Rechlin im Bereich der Fritz-Reuter-Straße ein ca. 80 m langes Teilstück der sogenannten "Rechliner Mauer" im Originalzustand der Nachwelt erhalten.

Diese Mauer in einer Gesamtlänge von ca. 2,5 km, Anfang der 50er Jahre zunächst als Holzwall errichtet, teilte mehr als 40 Jahre lang den Ort Rechlin in den "Russensektor" und den südlichen deutschen Teil, in dem jedoch Infrastruktureinrichtungen nahezu vollkommen fehlten. „Sektor“ und Siedlung Rechlin blieben bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1993 durch diese Mauer voneinander getrennt. Während die Berliner Mauer als Ergebnis der friedlichen Revolution im November 1989 fiel, teilte die Rechliner Mauer den Ort noch 3 weitere Jahre bis zum endgültigen Abzug der Truppen im August 1993.

Eine wirkliche Trennung des Ortes an der Müritz stellte diese Mauer jedoch nur bedingt dar: die höherrangigen Angehörigen der WGT-Streitkräfte und deren Familien (niemals jedoch die einfachen Soldaten) bewegten sich ohnehin frei im Ort und die deutschen Frauen wussten wegen der schlechten Versorgungslage in der damaligen DDR die Vorzüge des "Russenmagazins" sehr wohl zu schätzen und kannten jedes "Loch" in der Mauer. Und der russische Posten mit Kalaschnikow und aufgepflanztem Bajonett schaute meist freundlich und tolerant in die andere Richtung...

Ab 1990 fanden regelmäßige Konsultationen zwischen der Garnison der GUS-Streitkräfte unter General Jefimenkow und der Gemeinde Rechlin mit dem damaligen Bürgermeister W.-D. Ringguth statt. Gegenstand der Unterredungen waren z. B. das Zusammenleben der Menschen im geteilten Rechlin, der ordnungsgemäße Abzug der Truppen aber auch Fachthemen, wie die abwasserseitige Erschließung der militärischen Liegenschaften.

Nach der friedlichen Wende im Herbst 1989 und dem Ende des Kalten Krieges wurde der Truppenabzug aus ganz Deutschland beschlossen. Nach Gerangel mit Jelzin um den Abzugstermin verkündete Helmut Kohl dann, dass die Verabschiedung der russischen Streitkräfte „in würdiger und respektvoller Weise“ erfolgen soll. Dies geschah dann auch in Rechlin am 07.07.1993. Für viele Betroffene war es ein schmerzlicher Abschied. Bereits am 22.03.1993 starteten die Jagdbomber mit ohrenbetäubendem Lärm zum letzten Mal. Im Fünf-Minuten-Takt donnerten sie vom Lärzer Rollfeld in eine ungewisse Zukunft.

Zurück blieben neben vielen Problemen vor allem leere Häuser (37 Doppelhäuser, 28 Einfamilienhäuser, Marktplatzbebbauung mit Müritzhof und Udet-Schule sowie 8 bis zu 5-geschossige Neubaublöcke, Kasernen, Turnhallen etc.). Zurück blieben auch 74 Katzen sowie 6 Hunde. Aber Rechlin hat seine Chance genutzt: Es ist "zusammengewachsen, was zusammen gehört" (W.Brandt) - in Deutschland und in Rechlin. Als Zeugen einer großen Zeit in der jüngeren deutschen Geschichte wissen wir wenig über die Menschen, die hier einst lebten.
Aber wir wissen: "Sie kamen als Besatzer. Sie gingen als Freunde."

Zu Ehren des 20-jährigen Abzugs der vielen Offiziere und Soldaten mit Ihren Familien aus Rechlin wurde im Beisein des damaligen Beauftragten für den Abzug - Herr Alexander Schukinski - eine Informationstafel an den Überresten der "Rechliner Mauer" eingeweiht.

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Öffungszeiten
April bis Oktober
täglich 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
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Fr bis Mo 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Februar bis März
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Freitag 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließung. Gruppenführungen führen wir nach Anmeldung durch.
Hunde dürfen ins Museum.

Erwachsene (ab 16) 7,- €
Kinder (6 bis 15) 3,- €
Familie
(2 Erwachsene, 2 – 5 Kinder) 17,- €
Schwerbehinderte 4,- €
Hund 1,- €
Gruppen (ab 10 Personen)
Erwachsene 6,- €
Führungen 40,- €